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    Grundschule Grüntal
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Schulhistorisches aus Grüntal und Sydow

Stand: 26.09.2014         Vertiefende Informationen zur Schulgeschichte hier:         Bau der "neuen" Schule in Grüntal                 Lernstoff anno 1908            Zurück zu Über uns

Grüntal     1772-1871:              1871-1959 (1964):              1959 (1964) bis 1984:  Schloss_Schule       1984:  schule_1984        2011: schule_2011
Vorschaubilder: Zur vergrößerten Darstellung bitte auf die Bilder klicken! 


Klobbicke 1897-1960

Melchow

Trampe
1870-1956

Trampe
1956-1984

Tuchen
Anf. 19. Jhd-1930

Tuchen
1930-1977

Alte Schulen aus dem heutigen Schulbezirk - es fehlen historische Bilder aus Rüdnitz und Tempelfelde: Wer helfen kann bitte Kontakt aufnehmen!


Die ehemalige Schule in Tempelfelde in einer aktuellen Aufnahme vom Februar 2012 - Danke an Jessica und Tom!

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Informationen und interessante Bilder aus einer Fibel von 1908 kann man hier finden!

Schule (von lateinisch schola: Vorlesung, Lehrstätte), Einrichtung zur pädagogischen Wissensvermittlung
durch Unterricht für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Viele deutsche Städte richteten im 16. Jahrhundert Lateinschulen ein, daneben entstanden sogenannte Deutsche Schulen (muttersprachliche Schreib- und Rechenschulen). Das ländliche Schulwesen breitete sich erst nach der Reformation auf den Dörfern aus. Hierbei handelte es sich um die sogenannten Küsterschulen. Die Lehrer auf dem Lande waren in dieser Zeit die Küster. Das Lesen beschränkte sich auf wenige Texte in Bibel und Katechismus. Ein Vormittags-Stundenplan dieser Zeit sah abwechselnd Gesang, Gebet und Bibellesung vor; dieses wiederholte sich am Nachmittag. Unterricht im Rechnen wurde überhaupt nicht erteilt. Im Sommer fiel die Schule meistens aus, da die Kinder in der Landwirtschaft gebraucht wurden.
Die Küster wurden wohl zum größten Teil mit Naturalien abgefunden. Auf der Grundlage der Küsterschulen entstand die Volksschule unter kirchlicher Schulaufsicht, erst im Verlauf des 18. Jahrhunderts setzte sich die allgemeine Schulpflicht durch (ab 1717 in Preußen).  Erst Mitte des 18. Jahrhunderts wurde Rechnen zum festen Unterrichtsgegenstand.

In Grüntal war das Küsterschulen-Prinzip bis etwa 1810 üblich. Die alte Chronik gibt ein Visitationsprotokoll von 1541 wieder: "Der Küster hat ein Küsterhaus mit einem Kohlgarten. Jeder der 13 Hüfner muss ihm jährlich 2, jeder der 11 Kossäten 4 Brote geben, dazu Ostereier, und an Korn erhält er 37 Scheffel insgesamt. Er bekommt 6 Pfennig von einer Leiche, 2 Groschen Tafelgeld vom Opfer, 2 Pfennig und die Mahlzeit bei Hochzeiten, 1 Pfennig sowie Essen bei Kindtaufen".
Ab 1715 gab es zusätzlich Schulgeld "wöchentlich für 1 Kind 6 Pfennig".

Von Mitte des 17. Jahrhunderts kennen wir auch die Namen der Küster/ Lehrer / Schulleiter:

Grüntal
1664 - 1716 Meister Jacob Seefeld
1716 - 1727 Meister Peter Hoppenrade
1727 - 1756 Schulmeister Michael Seibt
1756 - 1765 Johann Carl Geißler
1765 - 1780 Johann Friedrich Schultze
1780 - 1810 Carl Nicolai Vater - 1808 Vereinigung mit der Schulstelle Sydow
1810 - 1844 Carl Ludwig Nicolai Sohn
1844 - 1886 Johann Friedrich Gerlach
1886 - 1924 Oskar Obermann, ab 1920 als zweiter Lehrer: F. Sägebarth
1924 - 1945 F. Sägebarth, als zweiter Lehrer (bis 1933): Erich Doelitzsch; ab 1.Oktober 1933: Fritz Niefindt (bis 1940)*, dann abgeordnet bzw. versetzt, ab 1940 blieb die 2. Lehrerstelle unbesetzt
1945 - 1946 Otto Jahnke
1946 - 1949 Horst Wangerin
1949 - 1951  Horst Kanis (Schulleiter)
1951 - 1987 Günther Gramsch (Schulleiter/ Direktor)
1987 -  Klaus Blanck (Direktor/ Rektor)

* Im September 2014 erhielt ich eine E-Mail mit dem freundlichen Hinweis, dass die Auflistung an dieser Stelle bislang fehlerhaft war und hier der Lehrer Fritz Niefindt fehlte. Ich habe mich sehr über diesen Hinweis gefreut: Schließlich ist dieser Hinweis ein Beweis dafür, dass sich auch diese Seite ab und an über Besucher freuen kann. Einen freundlichen Gruß also an alle aufmerksamen Betrachter... Herr Rainer Niefindt, Sohn des Fritz Niefindt, hat mir seitdem mehrere sehr interessante Dokumente und biografische Informationen zu seinem Vater, dem langjährigen Lehrer in Grüntal überlassen. Deshalb möchte ich Herrn Niefindt hier mit eigener Seite würdigen.

 

Als Schülerzahl gibt es für 1871 einen Nachweis:
"102 Kinder aus Grüntal und Sydow hielten am 29. Juni feierlichen Einzug in dem neuen Schulhaus".

Entstanden im Rahmen des Programms "Preußischer Landschulbau"

Zu einigen Lehrern gibt es in der Chronik einige Anmerkungen
wir würden aus heutiger Sicht neudeutsch sagen: Story´s.

So stellt der Schulmeister Michael Seibt bei seinem Amtsantritt 1727 fest (vorher war er in Sydow tätig) , dass "der bisherige Küster zu Grüntal Peter Hoppenrade ... seines lüderlichen Lebens und üblen Betragens halber seines Küsterdienstes entsetzt worden" sei.
Leider gibt es hierzu keine weiteren Ausführungen...
Nur wenig weiter erfährt man in der Chronik aber, dass im Jahre 1756 "Der Schulmeister, Cantor und Küster in Grüntal und dazugehörigen Filialen Sydow und Tuchen, Michael Seibt, hat ungefähr seit 3 Monaten seinen Schulmeisterdienst recht vorsätzlich schuldenhalber heimlich ohne Abschied verlassen."
Ein Traum aller Schüler! Drei Monate schulfrei! Erst im November meldete sich der ehemalige Lehrer.
Aus Dresden. Er dankt für das Vertrauen, das ihm 27 Jahre lang entgegengebracht wurde, er musste gehen, weil seine verstorbene Frau ihn in Schulden gestürzt hätte "in mehr als 270 Taler"!!
Zu der Zeit arbeitete schon der Nachfolger...
Richtig zu bedauern war Johann Fr. Schultze, der 1770 seinen Vorgesetzen meldete:
"...mit dem Aufbau der Küsterei ist es wahrlich höchste Zeit, weil vor kurzem eine ganze Wand eingefallen und bei dem geringsten Sturm der Einsturz des ganzen Hauses zu befürchten ist."
Er sorgt sich ernsthaft: "...ich kann nicht umhin, Anfrage zu tun, wo ich den Winter über mit den Meinen bleiben und Schule halten soll. Der Krüger kann mich nicht behalten, weil er alsdann die Stube selber braucht, auch soll ich da nicht einziehen, denn Schule und Krug, Gottesdienst und Teufelsdienst gehören nicht beisammen in einem Hause, und in der alten Cajüte, wo ich immer noch wohne, kann ich nicht länger bleiben. Ich bin meines Lebens keinen augenblick mehr sicher darin, denn die Riegel und Sparrbänder sind auseinandergeschossen und ein Stück ist aus de Wand schon ausgefallen und das andere wird bald nachfolgen, daß ich also nichts als dessen gänzlichen Einfall stündlich befürchte."
Der arme Mann musste bis 1772 zittern. Erst dann wurde der Neubau ausgeführt.
17.520 Stunden fürchten, dass ihm die Decke auf den Kopf fällt...
Dabei hatte er sogar einen Unterstützer, nämlich Probst Merzdorf aus Bernau, der einen schleunigen Bau gefordert hat mit den Worten
- und diese Worte verdienen, hervorgehoben zu werden -
"...was man an Kirchen, Schulen und Armen wendet, das ist das einzige Kapital, wovon wir noch Zinsen in der Ewigkeit ziehen."
Der Neubau wurde "auch nur ein bescheidenes Gebäude: 24 Fuß lang, 26 Fuß tief, mit einem stehenden Dachstuhl von 7 Gebinden. Bei freier Lieferung und Anfuhr des Materials
kostete der Bau 200 Taler."

In der Chronik steht natürlich auch gutes über die Lehrer, aber meine Schadenfreude ließ mich das interessanter finden: Bei seiner Pensionierung wurde dem Johannes Friedrich Gerlach kein gutes Zeugnis über seine Lehrtätigkeit ausgestellt. "Bei der diesjährigen Militärersatzaushebung sind es vorzugsweise Grüntaler Rekruten, Gerlach´sche Schüler, gewesen, die ihren Namen kaum haben schreiben können!"
Da wär also aus Grüntal beinahe BLÖDELTAL geworden...

Informationen und interessante Bilder aus einer Fibel von 1908 kann man hier finden!